Burg Wernberg

(Landkreis Schwandorf, Oberpfalz)

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Burg Wernberg


Lage und Zugänglichkeit


 
Nordwestseite mit neuromanischem Fenster
Wernberg liegt direkt an der A 93 etwa 20 km südlich von Weiden. Ausfahrt Wernberg-Köblitz benutzen, in den Ort fahren und ab dort den Schildern zum Hotel Burg Wernberg den Berg hinauf folgen.
 

Geschichte


 
gotisches Granitkreuz, Burghof1280 wird die Burg zum ersten Mal genannt, als die Paulsdorfer die schon bestehende Burg kaufen. Gründer könnten einige Jahrzehnte davor die Leuchtenberger gewesen sein, die auch später als Besitzer wieder auftauchen. 1281 an die mächtige Ritterfamilie Nothaft, die die Burg mit Unterbrechungen bis ins 16. Jh. bewohnt. 1509 an Ritter Wisbeck zu Velburg, 1530-1646 wieder an die Leuchtenberger. In der Folge verschiedene Besitzer, ab 1714 oberpfälzisches Pflegamt.
 
Nach der Säkularisierung wird die Geschichte noch turbulenter: 1804 Strafanstalt, ab 1872 verschiedene Privatbesitzer, im 20. Jahrhundert Pflegeheim, zuletzt Anfang der 90er Heim für Asylbewerber. Gleichzeitig schreitet der Verfall der eigentlich gut erhaltenen Anlage immer weiter voran. Man diskutierte ernsthaft einen Abbruch! 1992 der Befreiungsschlag: Ein ortsansässiger Elektronikgroßhändler, die Gemeinde und der Staat brachten zusammen 27 Millionen DM auf, um die Burg grundlegend zu sanieren und in ein modernes Hotel umzuwandeln.
 

Zustand und Besonderheiten


 
Grundriss Wernberg
Durch die umfassende Sanierung ist Burg Wernberg heute eine der am besten erhaltenen und schönsten Burgen in ganz Bayern. Im Kern ist sie romanischen Ursprungs. Der Bergfried aus Buckelquadern mit sieben Metern Seitenlänge stammt aus der Gründungszeit. Er ist in der Nähe des Tores platziert, um es besser verteidigen zu können.
 
Das Bild der Anlage prägen vor allem die späteren Bauten aus Gotik und Renaissance. Der fast ganz umlaufende, sehr enge Zwinger, der Torbau und die Mauertürme sind Zugaben des 14. und 15. Jahrhunderts. Das Tor verfügt über einen großen und einen kleinen Eingang, von denen der kleinere noch eine Zugbrücke besitzt. Über dem Tor ein schönes Wappenfries aus dem 13. Jahrhundert. Er zeigt die Wappen des Gründers Gebhard von Leuchtenberg und seiner Vorfahren. (näheres dazu unter http://www.notthafft.de/archiv/wernberg_wappenfries.htm)
 
Die schönen Renaissancearkaden im Inneren der Burg stammen aus dem 16. Jahrhundert, der Palas dahinter ist älteren Ursprungs. Die Burgkapelle wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Ihre Innenausstattung stammt aus dem Rokoko, einzelne Figuren aus dem 16. Jahrhundert. Die Burg ist von einem Ringgraben mit beeindruckender Tiefe und Breite umgeben, der Aushub wurde außen als Wall aufgeschüttet. Teilweise ist der Graben ausgemauert. Vor der Burg befindet sich ein dreiseitiger, landwirtschaftlich genutzter Hof, der offensichtlich als Vorburg und Burggut gedient hat.
 
Südöstlich ist der Burg eine Erhebung vorgelagert, auf der sich noch Bebauungsspuren finden. Hier könnte sich einmal ein Vorwerk mit eigener Toranlage befunden haben. Dafür spricht auch die Theorie, dass das Gebäude, welches auf der Karte mit "früherer Torbau" bezeichnet ist, die ältere, später aufgegebene Toranlage der Burg gewesen sei. Die deutlich sichtbaren, auskragenden Steine wären dann die Träger für die Zugbrücke zum Vorwerk gewesen.
 
 

Aktivitäten


 
Doppeltor
Burg Wernberg ist seit 1998 ein Hotel der gehobenen Klasse. Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich dort den Traum einer Burgenübernachtung erfüllen, wie sie in dieser Qualität wohl keiner der mittelalterlichen Besitzer genießen konnte. Die historischen Räume sind eingerichtet mit erstklassigen antiken Möbeln. Chef-Koch im Restaurant "Kastell" ist Thomas Kellermann, der unter anderem bei Hans Haas im Münchner Tantris gelernt hat. Außerdem ist Wernberg eine Top-Adresse für Heiratswillige: Für kirchliche Trauungen steht die Kapelle bereit, für standesamtliche der Fürstensaal.
 
Ganz in der Nähe liegen Burg Trausnitz im Tal (Jugendherberge) und die sehenswerten Burgruinen Leuchtenberg und Flossenbürg.
 
 

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***Bewertung: Eine der am besten erhaltetenen und schönsten Burgen Bayerns
 
Weitere Infos unter:
www.burgenwelt.de
http://www.notthafft.de/archiv/wernberg.htm
www.burg-wernberg.de

Literatur: U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
 
Erstellt 11/2001. Aktualisiert 1/2002.