Burgruine Leuchtenberg

(Landkreis Neustadt Waldnaab, Oberpfalz)
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Dürnitz, Bergfried, Zwinger


Lage und Zugänglichkeit


 
Tor, Kapelle, Bergfried
Ruine Leuchtenberg findet sich im gleichnamigen Dorf fast direkt an der A 6 südöstlich von Weiden. Von der Ausfahrt Leuchtenberg nimmt man die B 22 Richtung Weiden. Der Ort liegt 1 km abseits links der Straße auf einem Hügel.
 
Die Burgruine selbst befindet sich gut sichtbar auf dem Burgberg mitten im Markt. Sie hat allerdings nur am Wochenende und im Sommer (April - Oktober) geöffnet.
 
 

Geschichte


 
Bergfried, Kapelle
Ein Gebhard von Leuchtenberg wird schon zu Anfang des 12. Jahrunderts in einer Urkunde als Zeuge genannt. Er war verheiratet mit einer Tochter des Herrn von Hopfenohe, eng verwandt mit den Grafen von Sulzbach. Im Gefolge der staufischen Könige und Kaiser steigen sie zu einem der wichtigsten Herrschergeschlecht in Ostbayern auf: Gebhard II. wird 1158 wegen seiner Verdienste während der Italienzüge Barbarossas in den Grafenstand erhoben. Diepold ist 1196 Landgraf, er hält sich im engen Umfeld des Königs Philipp und des Kaisers Otto IV. auf. Diepold II. ist mit Kaiser Friedrich II. 1228 auf dem fünften Kreuzzug. Später sind die Leuchtenberger Statthalter und Heerführer für Bayern, Pfalz, Böhmen, Brandenburg und den Bischof von Würzburg. Seit dem 15. Jahrhundert zählern sie zu den Reichsfürsten. Zu ihren Besitzungen zählten die Burgen Schwarzenburg, Hals, Wernberg, Weißenstein, Neuhaus/Waldnaab und viele andere.
 
Schon Ende des 14. Jahrhunderts verlegen die Leuchtenberger ihre Residenz nach Pfreimd, die Stammburg wird Sitz eines Pflegers. Die mächtige Familie erlischt 1646, ihr Besitz geht an Bayern. Den Plünderungen im 30jährigen Krieg folgt weiterer Verfall bis ins 19. Jh. 1842 schwere Schäden durch einen Brand. Später stürzt der Bergfried ein, wird aber wieder aufgebaut. Sicherung des Bestandes ab dem Ende des 19. Jhs. bis heute.
 
 

Zustand und Besonderheiten


 
Grundriss Leuchtenberg
Leuchtenberg ist als Sitz eines der wichtigsten Adelsgeschlechter im Nordgau seit seiner Gründung beständig ausgebaut worden. Sie gehört zu den besterhaltensten und bedeutendsten Ruinen in der Oberpfalz. Den Kern der Burg bildet der rechteckige Bergfried mit Schildmauer und der Palas. Der auf einem Felsen sitzende Bergfried aus Buckelquadern ist 24 m hoch, hat 2,5 m Wandstärke und einen Eingang in 9 m Höhe. An ihn schließt sich die Schildmauer gleicher Bauart und Stärke an. Die Mauertechnik deutet auf eine Entstehung noch im 12. Jh. Der Turm der Kapelle im Norden besitzt ein frühgotisches, hohes Lanzettfenster und dürfte im 13. Jahrhundert enstanden sein. Der jüngere Innenraum besaß einst ein spätgotisches Netzrippengewölbe, dessen Ansätze man noch erkennt, und eine Adelsempore. Im Süden der ungewöhnlich geformte, zweigeteilte Palas aus dem 14. Jahrhundert.
 
Im späten Mittelalter wurde die Burg dem neuesten Stand der Wehrtechnik angepaßt. Die relativ ungeschützte Lage auf dem nicht sehr steilen Hügel machte einen Zwinger mit halbrunden Mauertürmen notwendig. Er umläuft die Anlage vollständig. Der gotische Torturm wurde zweimal nach vorne erweitert. Weitere Tore gab es im Vorburgring und im Norden der Vorburg (heute verschwunden). Ebenfalls aus dem 15. Jh. stammen der Dürnitz und der Zwischenbau, der ihn mit dem Palas verbindet. Sie waren als Erweiterung für die Dienstmannen der Fürsten gedacht. Darunter befindet sich ein wohl älteres Kellergewölbe.
 
 

Aktivitäten


 
Blick vom Bergfried auf Palas und Zwischenbau
Wunderschöne Aussicht vom Bergfried über die Höhen des Oberpfälzer Waldes. Einen Ausflug nach Leuchtenberg kann man mit einem Abstecher nach Flossenbürg verbinden. Übernachtungsmöglichkeit in zwei weiteren, vollständig erhaltenen Burgen ganz in der Nähe: Ein Hotel der gehobenen Klasse in der Burg Wernberg und eine Jugendherberge in der Burg Trausnitz. Einen Wochenendaufenthalt kann man mit Wanderungen und Radfahren im Naturpark Oberpfälzer Wald abrunden.
 
Im Sommer finden die Burgfestspiele in Leuchtenberg statt, die jährlich um die 30 000 Besucher anlocken und somit die größten ihrer Art in Ostbayern sind. Organisiert werden sie von der "Stadtbühne Vohenstrauß", ursprünglich ein Laientheater der Volkshochschule. Das Programm ist durchaus anspruchsvoll, 2003 wird beispielsweise "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert gespielt. Nähere Infos zu Preisen, Terminen, Programm unter www.stadtbuehne.de.
 
 

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*** Bewertung: Ein Burgen-Highlight der Oberpfalz
 
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Leuchtenberg
http://de.wikipedia.org/wiki/Landgrafen_von_Leuchtenberg

Litertur: U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz, F. W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters, Richardi/Haase: Burgen, Schlösser und Klöster in Bayern
Erstellt 11/2001.