Burgruine Niederviehhausen

(Gemeinde Sinzing, Landkreis Regensburg, Oberpfalz)

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Ruine Niederviehhausen

 

Lage und Zugänglichkeit


 
Viehhausen liegt wenige Kilometer westlich von Regensburg. Am besten erreicht man es, wenn man von der A3 die Abfahrt Sinzing nimmt. Von dort weiter in Richtung Alling/Viehhausen. Die Burgruine liegt am Rand eines Hochplateaus über der Schwarzen Laaber, der Weg vom Tal zum Dorf führt direkt darunter vorbei. Ruine und Bergfried sind in Privatbesitz und nicht begehbar.
 
 

Geschichte


 
Ein Brouno de Vienhausen tritt zum ersten Mal 1181 in Urkunden auf. Vermutlich war er Ministeriale des Regensburger Burggrafen. Ende des 13. Jhs. greifen die Wittelsbacher nach der Burg. Ihr Plan ist es, durch Burgerwerbungen um Regensburg die Stadt einzuschnüren und die Herrschaft dort an sich zu bringen, was jedoch nie gelingt. Sie besetzen die Burg bis ins 14. Jh. mit Pflegern. 1368 nennen sich mehrere Vertreter der Chamerauer nach der Anlage, sie haben sie wahrscheinlich als Pfand vom bayerischen Herzog erhalten. Die Chamerauer hatten ihre Stammburg bei Cham und waren im späten Mittelalter berüchtigte Raubritter. 1411 versuchten die Wittelsbacher die Pfandschaft wieder einzulösen, doch die Geschäfte der Chamerauer scheinen so gut gelaufen zu sein, dass sie die Burg nicht zurückgeben wollten. Erst nach einem Schiedsspruch des Kaisers 1434 blieb ihnen nichts anders übrig, als die Burg zu räumen. Danach folgen verschiedene Besitzer (Wolfsteiner, Sauerzapf), im Dreißigjährigen Krieg wird Niederviehausen zerstört.
 
 

Zustand und Besonderheiten

Grundriss Niederviehhausen
 
Die kleine Anlage entsprach dem Bau-Muster Bergfried-Hof-Palas. Von einem Palas ist heute nichts mehr zu sehen, es steht nur noch der gut erhaltene, 22 m hohe Bergfried aus Buckelquadern, der wohl um 1200 gebaut wurde. Der vierstöckige Turm mit 1,9 Metern Mauerstärke deckte den Zugang über den Halsgraben, der den Bergsporn vom Plateau abtrennt. An ihn schließen nach Osten gerichtete Mauern an, die den Hof mit Zisterne umfassten. Die deutlichen Ausbuchtungen des Sporns können einen früher vorhandenen Zwinger anzeigen.
 
 

Aktivitäten


 
Die Ruine liegt einer malerischen Strecke entlang der Schwarzen Laaber, die sich hervorragend für (Rad-)Wanderungen eignet. Weitere, lohnenswerte Ziele in der Nähe: Schönhofen (Wanderungen, Klettern), Höhlenburg Loch, Eichhofen (Schloss und Brauerei), Laaber (Burgruine).
 
 

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*Bewertung: Gut erhaltener Bergfried, aber nicht zugänglich
 
Literatur: A. Boos: Burgen im Süden der Oberpfalz, U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz, F. W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters
Weitere Informationen bei Boos, S. 393 f.
Erstellt 3/2001, aktualisiert 10/2004