Burgruine Loch

(Gemeinde Nittendorf, Landkreis Regensburg, Oberpfalz)

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Ruine Loch bei Eichhofen

 

Lage und Zugänglichkeit


 
Bergfried
Loch liegt wenige Kilometer westlich von Regensburg nahe Nittendorf. Am besten erreicht man es, wenn man von der A3 die Abfahrt Sinzing nimmt. Von dort weiter bis Alling, rechts dem Laabertal folgen und immer am Fluss entlang bis Eichhofen. Der Ortsteil Loch und die gleichnamige Burgruine liegen gegenüber Eichhofen an einem Hang über der Schwarzen Laaber. Bis auf die Höhe der Ruine führt ein steiler, aber befahrbarer Weg, den man dann nach rechts zu Fuß verlassen muss. Die Burgruine befindet sich in Gemeindebesitz, ein Schild verbietet das Betreten wegen Baufälligkeit.
 
 

Geschichte


 
Ausschnitt aus einer Bildkarte von 1718
Die Burg Loch wurde wahrscheinlich von den Rammelsteinern, den Herren eines nahegelegenen Gutes, erbaut. Sie werden im 12. Jh. zum ersten Mal genannt. Ihre Burg in Loch dürfte aber erst um 1300 zum Schutz eines Eisenhammerwerks im Laabertal entstanden sein. Ein "Hugo vom Loch" wird in dieser Zeit in einem Lehenbuch des Regensburger Klosters St. Emmeram genannt. Jakob Rammelsteiner vom Loch (sic!) ist nach 1413 Hofmeister beim Ingolstädter Herzog Ludwig dem Gebarteten. Die Burgherren bringen im frühen 16. Jahrhundert auch die Herrschaft über das Schloss Eichhofen an sich, das direkt gegenüber der Ruine am anderen Ufer der Laaber liegt. 1556 geht die Anlage an die Familie Sauerzapf, die sie als Sitz aufgeben. 1718 schon als Ruine an das Karthäuserkloster Prüll in Regensburg. Nach der Säkularisation an die Grafen von Oberndorf, heute Gemeindebesitz.

Zustand und Besonderheiten


 
Grundriss Loch
Die ehemalige Burg Loch bietet, obwohl sie geschichtlich unbedeutend geblieben ist, viele interessante Besonderheiten. Die Form der Höhlenburg ist extrem selten, ein weiteres Exemplar gibt es in Bayern nur noch einmal in Stein an der Traun. Dazu kommt, dass man sich bei Loch nicht auf eine Höhlenburg beschränkte, sondern vor einer Steilwand ein größeres, abschüssiges Areal in die Burg einbezog. Der Zugang lag im Norden, wo ein noch heute gut sichtbarer Graben die Burgterrasse abtrennt. Ein Torbau mit Zugbrücke ist auf der aufschlussreichen Darstellung von 1718 gut zu erkennen, ebenso die Wohngebäude, die sich vor mehreren Höhlenräumen an die Steilwand im Osten anlehnen.

Am Südende der Terrasse steht noch heute der gut erhaltene Bergfried mit 23 Metern Höhe. Er hat 2 m starke Mauern, einen Aborterker mit erhaltenem Lochbrett und größere Fenster im obersten Geschoß. Die Entstehung der Bauten wird oft ins 12. Jahrhundert verlegt. Die bauliche Ausführung des aus behauenen Bruchsteinen gebauten Bergfrieds, der mit großen Fenstern und Aborterker relativ wohnlich gestaltet war, entscheidet aber eindeutig für das 14. Jahrhundert. Die frühere Zeitangabe bezieht sich wohl auf die Nennung der Burgherren aus Rammelstein.
 
Putz mit Holzabdrücken
In der größten Höhle sind gut erkennbare Überreste von Wohnbauten erhalten. Hier handelt es sich um eine so genannte Bohlenstube, ein heizbarer Raum, der auf süddeutschen Burgen relativ häufig anzutreffen ist. An der Innenseite der verfallenden Mauern haben sich im Putz deutlich sichtbar die Maserungen der Bohlen eingedrückt. Die Stube war innen komplett mit ihnen verschalt. Rechts hinten in der Höhle hat sich gut sichtbar die Nische des zugehörigen Ofens erhalten - nur durch diese Konstruktion, die an eine finnische Sauna erinnert, ließ sich der Raum im Winter überhaupt warm halten.

Ofennische mit Rußresten
Verwunderlich ist, dass im späten Mittelalter ein so unkomfortabler und verteidigungstechnisch ungünstiger Platz für eine Burg gewählt wurde. Sie war vom darüber liegenden Plateau aus extrem angreifbar, man konnte den Bewohnern im wahrsten Sinne des Wortes problemlos aufs Dach steigen. Grund für die Platzauswahl war wohl ausschließlich das nahegelegene Hammerwerk. So wundert es nicht, dass die Burg schon im 16. Jahrhundert nicht mehr bewohnt war, obwohl sie nicht zerstört wurde, wie die Abbildung von 1718 vermuten läßt. Der heutige, schlechte Zustand der Burgruine wurde durch die Nutzung als Steinbruch und den fortschreitenden Verfall in letzter Zeit verursacht.
 
 

Aktivitäten


Bergfried und im Hintergrund Schloss Eichhofen (Zum Vergrößern anklicken!)
Burgruine Loch liegt an einer malerischen Strecke entlang der Schwarzen Laaber, die sich hervorragend für (Rad-)Wanderungen eignet. Leider ist sie massiv vom Verfall bedroht. Seit die Eigentümerfamilie den Besitz aufgegeben hat, fühlt sich weder die Gemeinde noch das Land Bayern für die Erhaltung der einzigartigen Anlage zuständig. Die Konsequenz: Die Bausubstanz bröckelt und Hilfe ist nicht in Sicht. Im Moment versucht ein Förderverein Mittel für die Rettung der Ruine aufzubringen.

Weitere, lohnenswerte Ziele in der Nähe: Schönhofen (Wanderungen, Klettern) und Eichhofen (Schloss und Brauerei). Durch das Tal der Schwarzen Laaber führt ein Burgensteig, der Loch mit den Burgen Laaber und Ehrenfels verbindet.
 
 

Weitere Bilder

Wand des Palas (Zum Vergrößern anklicken!) Bauten in der Höhle Aborterker im Bergfried (Zum Vergrößern anklicken!)

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***Bewertung: Eine der interessantesten Anlagen der Oberpfalz!
 
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Loch_(Eichhofen)

Literatur: A. Boos: Burgen im Süden der Oberpfalz, U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz, F. W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters, Süddeutsche Zeitung vom 24.11.2008: "Burg ohne Herrn". Weitere Informationen bei Boos, S. 429 f.

Erstellt 3/2001, aktualisiert 11/2008.