Neuhaus liegt etwa 10 km südwestlich von Cham. Um dorthin zu kommen, benutzt man am besten die B 85 Richtung Cham und biegt kurz vor der Stadt auf die B 20 Richtung Straubing ab. 10 km südlich verlässt man sie bei Sattelpeilstein nach rechts, und ein paar Kilometer weiter geht es noch einmal rechts nach Neuhaus. Die Burgruine ist ganzjährig zugänglich.
Geschichte
Neuhaus wird 1254 erstmals als Besitz der Sattelbogener urkundlich erwähnt, ihre Stammburg lag einst wenige Kilometer östlich des Ortes. 1373 geht die Burg an die Puchberger. 1445 unternimmt der bayerische Herzog Albrecht eine Strafexpedition gegen die Besitzer, die sich dem Raubrittertum verschrieben haben. Ende des 15. Jahrhunderts an Jobst Brandt von Neidstein, 1514 Vereinigung mit der Herrschaft Falkenstein. Im 16. und 17. Jahrhundert häufig wechselnder Besitz, im Dreißigjährigen Krieg zerstört. 1829 an das Haus Thurn und Taxis.
Zustand und Besonderheiten
Von der mittelalterlichen Burg sind hauptsächlich die Außenmauern des Palas, Teile des Berings und der Zwingermauern erhalten. Die Fenster des hohen Palas sind mit Sitznischen versehen, er ähnelt den Wohntürmen der Umgebung (ähnlich: Lobenstein, Kürnberg), was eine Entstehung erst im späten Mittelalter wahrscheinlich macht. Im Norden noch Teile von heute nicht nehr zu identifizierenden Gebäuden.
Die Anlage liegt auf einem Hügel, an dessen Fuß eine zweite Mauer mit zwei halbrunden Mauertürmen und ein ringförmiger Graben angelegt sind, was so in der Oberpfalz nicht noch einmal zu finden ist. Die steile, heute dicht bewaldete Zone zwischen Hauptburg und unten gelegener Mauer war also der Zwinger. Der runde Bergfried mit Mauerstärke von 1,5 m steht außerhalb der Hauptburg am Fuß des Hügels in der Zwingermauer, was ebenfalls selten vorkommt.
Aktivitäten
Im Inneren der Burg werden auf einer festinstallierten Holzbühne mit Zuschauerrängen im Sommer Theaterstücke aufgeführt.
**Bewertung: Nicht allzuviel erhalten, aber ungewöhnlich.
Literatur: Burgen in Ostbayern; U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz, F. W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters.
Erstellt 10/2000, aktualisiert 11/2002.