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Burgruine Lobenstein
(Gemeinde Zell, Landkreis Cham, Oberpfalz)
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Lage und Zugänglichkeit
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Die Ruine Lobenstein liegt über dem Ort Zell zwischen Regensburg und Roding an der alten B 16. Sie ist über einen Fußweg vom Ort oder von der Straße nach Krottenthal (500 Meter vor dem Ort links) aus erreichbar. Die Burgruine ist ganzjährig zu begehen. Das obere Stockwerk ist durch eine Stahltreppe zugänglich.
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Geschichte
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Um 1150 erscheinen Othmar und Rizman von Lobeneck als Ministerialen des Markgrafen von Cham in örtlichen Urkunden. Ob sich der Adel auf die spätere Burg Lobenstein bezieht, ist aber nicht gesichert.
Sicheren Boden betreten wir im Jahr 1340, als Eberhard von Hof einen bereits bestehenden "purkstal bei Zelle" kauft und von Kaiser Ludwig dem Bayern die Erlaubnis erhält, dort zu bauen "als im das nutzlich ist". Das alte Geschlecht der Hofer hatte seine Stammburg etwa 12 km westlich, am Regen nahe Stefling. Eberhard nennt sich ab 1342 Hofer von Lobenstein. Er verwaltet für Bayern eine Hofmark in Zell und setzt dort Richter ein.
Nachdem die Burg Anfang des 15. Jahrhunderts durch die Hussiten zerstört wird, geraten die Hofer in Finanznot und verschreiben sich dem Raubrittertum. 1443 besetzt Herzog Albrecht III. von Bayern die Burg, weil Degenhard Hofer einige seiner Untertanen getötet hatte. Hans Hofer wird sein Teil der Burg 1468 wegen ähnlicher Delikte von Pfalzgraf Otto II. abgenommen. Dietrich Hofer war ab 1489 Mitglied des Ritterbundes der Löwler, der sich gegen den bayerischen Herzog richtete. Der eroberte die Burg und gab sie erst 1507 an Dietrichs Sohn Wolf zurück. 1530 wird Lobenstein pfälzisch, ist aber nach den Beschädigungen wahrscheinlich nie mehr richtig bewohnt worden.
Die Hofer blieben aber die Besitzer, weil niemand die Ruine kaufen wollte. Der letzte Hofer zu Lobenstein war Hans Georg, der aber wegen seines protestantischen Glaubens die Oberpfalz 1629 verlassen musste. Der Hintergrund: Im Dreißigjährigen Krieg hatten die katholischen bayerischen Herzöge die Oberpfalz 1621 von ihren protestantischen pfälzischen Verwandten erobert. Es galt die Regel "eius regio, cuius religio" und somit mussten alle Protestanten fortziehen, wenn sie nicht konvertieren wollten. 1633 wurde die jetzt bayerisch besetzte Burg dann von den Schweden endgültig zerstört. Seitdem ist sie Ruine geblieben.
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Zustand und Besonderheiten
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Der Zugang zur Burgruine erfolgte wohl von Süden, der hangzugewandten Seite. Der Besucher erreicht zuerst eine terrassenartige Fläche, die vielleicht den Standort einer Vorburg markiert. Über eine Geländekante (vielleicht ein früheres Tor?) erfolgt der Aufstieg zur Haupburg, die nach Osten und Westen durch Gräben gesichert ist. Direkt links, südwestlich vor dem Wohnturm, liegt ein rechteckiges Areal, das früher wahrscheinlich ein Wohnbau war.
Von Burg Lobenstein ist heute nur der Wohnturm zu sehen, der aus dem Stein des Granitfelsturms förmlich herauszuwachsen scheint. Der leicht erhöhte Eingang wurde durch einen runden Mauerturm an der Südostecke geschützt. Die Bauweise des Turms erinnert an eine primitive Ausführungen der englischen und französischen Wohntürme und passt damit in die Zeit um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Man kann ihn mit zeitgenössischen Wohnbauten in Wolfsegg, Schwärzenberg oder Kürnberg vergleichen. Allerdings sind in Lobenstein statt einfachen Balkendecken Tonnengewölbe mit heute noch gut sichtbarem Verputz verbaut. Wahrscheinlich wurden sie bei einem späteren Ausbau eingefügt.
 Der Wohnturm hatte 3 Stockwerke und ist bei 2,5 m Mauerstärke 18 m hoch. Die Mauern sind aus groben Bruchsteinen gebaut und an den Ecken in Quadern ausgeführt. Dabei sind die Ecken im Osten merklich abgeschrägt. In das unterste Geschoss ragen die riesigen runden Granitfelsen des Burgberges hinein, die auch auf der Ebene hinter der Burg wie von Riesenhand verstreut liegen. In den unteren Regionen zwischen diesen Felsen sind noch Mauerreste zu finden, die sich deutlich vom Rest abheben und noch von der Vorgängerburg stammen könnten.
Im Untergeschoss gibt es einige schmale Lichtscharten, die größeren Fenster der oberen Stockwerke haben dagegen bequeme Sitznischen (siehe Foto bei Lage). An der Nordwestecke sind im zweiten Stock noch die Konsolen eines Aborterkers zu erkennen. Vom Grundriss her seltsam erscheint der östliche, heute noch eingewölbte Raum, der mit dünnen Mauern vom Rest abgetrennt wurde und nach Norden nur eine schmale, zum Wohnen untaugliche Lücke lässt. In diesem Raum liegt auch der Zugang zu einem höhlenartigen Kellergeschoss mit Backsteingewölbe.
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Aktivitäten
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Wunderschöne Aussicht über die Hügel des vorderen Bayerischen Waldes bis hin zu den ersten Bergen des hinteren Bayerischen Waldes. Unterhalb der Burg liegt eine Feuerstelle auf dem Areal der ehemaligen Vorburg. Laut einer Sage sollen zwei Jungfrauen 1633 beim Anblick der heranrückenden Schweden den Burgschatz in den Brunnen geworfen haben. Dieser lag im Untergeschoss des Wohnturms und ist heute zugeschüttet. Eine der beiden war angeblich so verzweifelt, dass sie sich den Kostbarkeiten nachgestürzt hat, um den grausamen Eroberern zu entgehen.
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