Harburg

Kreis Donau-Ries, Schwaben

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Burg von der Bergseite

 

Lage und Zugänglichkeit



Tor mit Fallgatter

Die Harburg liegt an der B 25 auf halber Strecke zwischen Donauwörth und Nördlingen über dem Tal der Wörnitz. Die Burg ist nur gegen Eintritt in Verbindung mit einer Führung zugänglich. Öffnungszeiten unter http://www.burg-harburg.de/.
 
 
 
 

 
 

Geschichte


 
Kapelle und Pallas
1150 wird die Reichsministerialenburg zum ersten Mal genannt. Der 13jährige Staufer Heinrich-Berengar berichtet in einem Brief an seinen Vater König Konrad III., dass er sich von der Harburg zur belagerten Burg Flochberg aufmacht, um seinen Gegner Welf IV. anzugreifen. Der junge Staufer war über seine Mutter Gertrud eng mit den Sulzbacher Grafen verwandt. Beim Gefecht konnte der junge Heinrich einen entscheidenden Sieg davontragen, doch starb der Thronfolger kurz danach an einer Krankheit und eine vielversprechende Karriere fand ihr frühes Ende.

1239 noch vom Staufer-König Konrad IV. bewohnt, wird die Harburg 1295 von König Adolf von Nassau an den Grafen von Oettingen verpfändet und von Kaiser Sigmund 1418 wegen besonderer Verdienste als deren Eigentum bestätigt. Im Besitz der Oettinger bis zum Aussterben der Linie 1731, dann an die Linie Oettingen/Wallerstein, die noch heute Eigentümer der Burg ist.
 
Seit 1948 ist die Burg Sitz der berühmten Bibliothek der Oettinger mit wertvollen Handschriften, Drucken und Kunstwerken. Die Sammlung wurde vor einigen Jahren teilweise verkauft.
 
 

Zustand und Besonderheiten


 
Grundriss Harburg
Vollständig erhaltene Anlage mit beachtlicher Bausubstanz aus dem Mittelalter. Im 15 Jh. zur Wohnfestung ausgebaut, vom 16. bis zum 18. Jh. weitere Ausbauten zur Fürstenresidenz (Festsaal, Schlosskirche). Einzigartig ist die besonders gut erhaltene, spätmittelalterliche Ringmauer mit Wehrgängen, die für die Verteidigung mit Feuerwaffen ausgelegt und mit vielen Mauertürmen bestückt ist. Die dem Plateau zugewandte Seite wird zusätzlich durch einen Zwinger mit halbrunden Mauertürmen geschützt (Bild). Das zweite Tor zur Kernburg besitzt ein vollständig erhaltenes Fallgatter.
 
Vor allem der Bergfried aus Buckelquadern neben dem Kastenbau hat seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Gebaut wurde er um 1200 und ist somit der älteste Teil der heute sichtbaren Burg, der obere Teil stammt aus späterer Zeit und ist aus Bruchsteinen gemauert. Der Turm ist heute vom Wehrgang durch eine Zugbrücke erreichbar, der originale Eingang lag auf der gegenüberliegenden Seite und ist zugemauert. Er hat an der Basis 3 Meter starke Mauern, die sich in den oberen Stockwerken verjüngen. In der Mauer verläuft ein Abortkanal. In der frühen Neuzeit wurde er als "Diebsturm" zum Verlies umfunktioniert. Manche Zellen konnten zur Folter der Gefangenen mit einem Ofen aufgeheizt werden.

Der Brunnen (Bild bei Geschichte) in der Mitte der Anlage war einst stolze 127 Meter tief und reichte bis zum Grundwasser im Tal. Heute sind es wegen eines Strassentunnels "nur" noch 53 Meter. Der bezwiebelte Turm neben dem barocken Saalbau war ein zweiter Bergfried, der später zum Treppenturm umfunktioniert wurde.


Weitere Ansichten

Ringmauer mit Zwinger Bergfried 1 mit Kasten Bergfried 2

 

Aktivitäten


 
Die Harburg ist eine der schönsten und am besten erhaltenen Burgen in Süddeutschland. Die interessante Führung gibt einen guten Einblick in die Geschichte des Adelssitzes, der bis in unsere Zeit von einem Geschlecht bewohnt und seinen Bedürfnissen angepasst wurde.

Ansicht vom Tal aus

 
Die Harburg liegt am Rand des Nördlinger Ries, einem 15 Millionen Jahre alten Meteoritenkrater mit einem Durchmesser von 20 km. Im Zentrum dieses Kraters liegt Nördlingen, das sich sein spätmittelalterliches Aussehen bewahrt hat: Eine komplett erhaltene, runde Stadtmauer umgibt die von einer spätgotischen Hallenkirche mit hohem, begehbaren Turm beherrschte Stadt.
 

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Weitere Infos und Bilder unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Harburg

Literatur:
Haase/Richardi: Burgen, Schlösser und Klöster in Bayern
F.W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters;
K. Leidorf, P. Ettel: Burgen in Bayern

Erstellt 1/2001, aktualisiert 1.11.2009.