Burgruine Breitenegg

(Markt Breitenbrunn, Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz)

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Lage und Zugänglichkeit


 
Wohngebäude angelehnt an Bering
Breitenbrunn liegt im Oberpfälzer Jura etwa 30 km östlich von Regensburg zwischen Parsberg und Beilngries im Tal der Wissinger Laaber. Die Burgruine findet sich auf einer Anhöhe über dem Markt, am besten unten im Ort parken und den ausgeschilderten Fußweg nach oben nehmen.

Das Areal der Burgruine ist heute ein privates Anwesen - bitte achten sie die Privatsphäre der Bewohner.

Geschichte


historische Karte von 1598 
Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Breitenegg nennt 1275 Werner den Älteren als Besitzer. Schon 1229 wird allerdings ein Albrecht von Breitenbrunn erwähnt. Eine alte Burg soll westlich von Breitenegg bestanden haben, vielleicht der Adelssitz von Albert. Der Burgsitz scheint unter einem Nachfolger von dort nach Breitenegg verlegt worden zu sein.

Werner der Jüngere von Breitenegg ist 1288 als Herrscher auf Burg Prunn belegt. Er verkauft seine Burg in Breitenegg 1302 an den Grafen Gebhard von Hirschberg, der sie wiederum an Hadamar II. von Laaber weitergibt. Zur Geschichte der Herren von Laaber dort mehr.

1473 dann folgen als Besitzer die Ritter aus dem nahen Wildenstein, einem wichtigen Ministerialengeschlecht der Wittelsbacher Herzöge und Pfalzgrafen. Sie hatten über Jahrhunderte wichtige Ämter als Viztum, Richter, Pfleger oder Statthalter inne. Der berühmteste Vertreter Martin von Wildenstein führte 1443 als Statthalter und Viztum die Regierung der Oberpfalz. Drei Grabmäler der Wildensteiner finden sich in der Breitenbrunner Pfarrkirche, sie stammen vom Eichstätter Bildhauer Loy Hering aus dem 16. Jahrhundert. 1592 fällt Breitenegg zurück in den Besitz der bayerischen Herzöge.

Herzog Maximilian schenkt nach großen Erfolgen im Dreißigjährigen Krieg die Burg seinem verdienten Feldherrn Tilly, der 1623 zum Grafen erhoben wurde. Tillys Urenkelin, der Gräfin Anna Maria, wird es auf der alten Burg schließlich zu unbequem: Sie baut im Tal ein Schloss und gibt die Burg als Pflegersitz auf. Danach verfällt Breitenegg stetig, private Wirtschafts- und Wohngebäude werden hineingebaut. Heute in Privatbesitz.
 

Beschreibung


 
Grundriss
Das Burgareal ist durch einen mächtigen, L-förmigen Halsgraben vom Plateau abgesetzt. Gleich links des Eingangs sind beeindruckende Reste der mittelalterlichen Ringmauer zu sehen: Gewaltige Buckelquader, die aus der Erbauungszeit stammen dürften. Aus ihnen ist auch der Stadel links hinter dem Zugang gebaut: Die früheren Besitzer haben einfach die vorhandenen Buckelquader zum Bau des neuen Gebäudes hergenommen. Solche wiederverwendeten Bauteile nennen sich "Spolien" und finden sich auf den meisten Burgen, die bis in der Neuzeit bewohnt waren.

Versteckt hinter dem Stadel und Bäumen ist der quadratische Bergfried. Heute hat er noch 5 m Höhe, ein Eingang ist nicht zu finden, denn er lag weit über dieser Höhe. Auch er ist aus sorgfältig behauenen Kalkstein-Buckelquadern erbaut. Er hat eine Seitenlänge von 8 m und 2,5 m starke Mauern. Auf der historischen Darstellung besitzt er noch einen gotischen Treppengiebel.

Die Ringmauern an den anderen Seiten der nahezu rechteckigen Anlage besteht aus Bruchsteinen des späteren Mittelalters. Die neuzeitlichen Wirtschafts- und Wohngebäude lehnen sich von innen an diese alte Mauer an. Nach der historischen Darstellung zu schließen, umgab eine Zwingermauer mit halbrunden, offenen Türmchen die Burg - davon ist heute nichts mehr zu sehen.
 
 

Wissenswertes


 

Bergfried, zum Vergrößern anklicken! Bergfried, zum Vergrößern anklicken!
Obwohl die Burg nicht spektakulär ist, ist es doch die Lage über dem malerischen Ort Breitenbrunn und dem schönen Tal der Wissinger Laber. Die ursprüngliche und landschaftlich reizvolle Gegend lädt ein zu Wanderungen und Radltouren.

Im September findet jedes Jahr in Breitenbrunn das Tillyfest statt, ein historisches Spektakel, das die Zeit des Dreißigjährigen Krieges auferstehen lässt. Näheres unter www.tillyfest.de.
 
 
 

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*Bewertung: wenig übrig und Privatbesitz, aber schön gelegen
 
Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Breitenegg
http://www.altmuehltal.de/breitenbrunn/breitenegg.htm

Literatur:
F.W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters
U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
H. Rädle, G. Enzmann: Burgen und Burgställe im Kreis Neumarkt

Erstellt 10/2009.