Burgruine Lupburg

(Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz)

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Stumpf des Bergfrieds und Südflügel


Lage und Zugänglichkeit


 
Ansicht von Süden (zum Vergrößern anklicken!)
Lupburg liegt wenige Kilometer südöstlich von Parsberg, das wiederum zwischen Regensburg und Neumarkt an der A 3 gelegen ist. Man verlässt die A 9 bei der Ausfahrt Parsberg, fährt weiter bis in die Stadt und folgt im Zentrum den Schildern nach links Richtung Lupburg. Nach wenigen Kilometern sieht man die Burgruine auf einem Hügel mitten im Ort.
 
Die Anlage ist ganzjährig zugänglich, wobei aber die intakten Schloss- und Nutzgebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert verschlossen sind.
 
 

Geschichte


 
Torgebäude (zum Vergrößern anklicken!)
Der edelfreie Ludewicus de Loupurc, vielleicht der Gründer der Burg, wird 1129 zum erstenmal urkundlich erwähnt. Sein Lehensherr war der Burggraf von Regensburg, ein Reichsfürst. Die Lupburger übten im 12. Jahrhundert die Vogtei über das bedeutende Regensburger Kloster St. Emmeram aus, große Teile ihres Besitzes befinden sich auf Klostergütern. Es gelang den Luppburgern nicht, einen dauerhaften und geschlossenen Herrschaftsbereich ausbilden, allerdings wird Konrad (I.) von Lupburg im Jahr 1185 sogar einmal als Graf tituliert. Der letzte Vertreter des Geschlechts, ein weiterer Konrad von Lupburg, wird 1296 zum Regensburger Bischof gewählt.
 
Die Burg kommt nach Konrads Tod im Jahr 1299 an das Hochstift Regensburg, Ansprüche des bayerischen Herzogs werden mit einer Abfindungszahlung abgegolten. 1387 fällt Lupburg dann doch durch Kauf an die Wittelsbacher und zwar an die Herzog Friedrich. Herzog Johann von Bayern-München verpfändet sie 1395 an den Ritter Hans aus dem nahegelegenen Parsberg, in dessen Familie sie danach bleibt. Einer seiner Nachfolger, Christoph von Parsberg, hat sich in einer prächtigen Grabplatte in der Lupburger Kirche am Fuß der Burg verewigen lassen. Sie stammt aus dem Jahr 1461.

Nach dem Tod des Parsbergers Haug III. kommt Lupburg 1552 zurück an die Wittelsbacher, diesmal an den Zweig Pfalz-Neuburg, der dort bis zur Mediatisierung im Jahr 1806 ein Pflegamt unterhält. Danach ist sie in Privatbesitz und verfällt. Im 20. Jahrhundert übernimmt die öffentliche Hand die Anlage, in jüngerer Zeit wurde sie umfassend saniert. Man diskutiert im Moment einen Ausbau, um sie für die Gemeinde nutzen zu können.
 
 

Zustand und Besonderheiten


 
Grundriss
Durch einen ansteigenden Weg, der an der Südseite des Burgberges entlangführt und durch Schießscharten gedeckt war, gelangt man an das einfache Tor an der Südwestecke. Die Lage auf einer felsigen Erhebung machte einen Graben wohl überflüssig. Der Burghof wird hufeisenförmig von Schloßgebäuden aus dem 16. und 17. Jahrhundert umringt: Im Süden steht ein noch gut erhaltenes Wohngebäude, im Westen das im unteren Geschoss noch intakte Hauptgebäude ohne Dach, im Norden ein großer Stadel.
 
Die Lupburg zeichnet sich in erster Linie durch eine fast vollständig intakte Ringmauer aus, an deren Innenseite die neueren Bauten anlehnen. An ihr lässt sich die Entstehungszeit der Burg gut ablesen: In den unteren Bereichen erkennt man sehr große, sorgfältig bearbeitete Kalksteinquader, die in das 12. Jahrhundert verweisen. In den oberen Bereichen der Mauer wurden im späteren Mittelalter und in der Neuzeit kleinere Quader, Bruchsteine und Backsteine verbaut.Ruine der Kernburg (zum Vergrößern anklicken!)
 
Im Mittelalter bildete den Kern der Anlage allerdings ein heute verfallener Teil, der sich auf einem Felsen im Osten mehrere Meter über dem Hof befindet. Hier liegen auf einem Felsen die Fundamente des Bergfriedes, der ebenfalls aus glatten großen Kalksteinquadern gebaut war. Südöstlich vom Bergfried markieren Fensternischen und Schießscharten den einstigen Palas der Burg.
 

Aktivitäten


 
Innenhof (zum Vergrößern anklicken!)
Im nahegelegenen Parsberg befindet sich ein gut erhaltenes Schloss aus dem 17. Jahrhundert mit geringen Überresten einer Burg, die allerdings nicht zugänglich sind. Es war Sitz der Parsberger, die lange Zeit in Lupburg herrschten und während ihrer Blütezeit im 15. Jahrhundert in ganz Europa politisch aktiv waren.
 
Im Parsberger Schloss wird gerade ein heimatkundliches Museum aufgebaut, es öffnet an Sonn- und Feiertagen von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung auch wochentags. Im Sommer findet dort ein Theaterfestival statt. Nähere Informationen zu Museum und Festival finden sich unter http://www.parsberg.de.
 

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**Bewertung: Sehenswert vor allem die gut erhaltene Ringmauer

Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Lupburg
http://www.lupburg.de

Literatur:
Kunstdenkmäler in Bayern (KdB 2,4)
M. Jehle: Historischer Atlas von Bayern: Parsberg
H. Rädle, G. Enzmann: Burgen und Burgställe im Kreis Neumarkt

 
Erstellt 2/2003.